Fotomappe+ digital

Folgen die Bilder in „Adelboden-Geschichte und Geschichten“ bislang den Worten, geht das im neu entstanden Portfolio nun andersrum.

Fotos stehen im Zentrum eines Portfolios und Fotos zu Adelboden stehen am Anfang dieses neuen Portfolios. Aber dieses geht weiter: Neben Fotos zu weiteren Themen stehen Beiträge zur Fotografie und insbesondere auch zur Bildbearbeitung. Eine Mischung aus Eigenem und Geborgtem.

–> Hier geht’s lang zum Portfolio.

Identitäten

Die Identität eines Dorfes finden? Keine einfache Aufgabe. Für Adelboden hat es das Schweizer Fernsehen versucht; in fünf längeren Sendungen zu bester Sendezeit .

SRF bi de Lüt (?)

Nachzusehen ist der Fünfteiler im –> Fernseharchiv

Identitäten

Adelboden hat sich wohl mit seinem Ruf stark freikirchlich zu sein für diese Identitätssuche angeboten. Gesucht wird die Identität des Dorfes anhand mehrerer Einzelpersonen. Diese repräsentieren mehr oder weniger eine freikirchlich-religiöse Ausrichtung, aber auch eine bildungsbeflissen-kritische, behäbig- konservative, naturschützend-pflegende und auch aggressiv-kommerzielle.

Diese Haltungen werden in allen Sendefolgen mit immer wieder denselben Personenporträts gespiegelt – manchmal in beinahe peinlicher Nähe. Und bei allen – einer ausgenommen! – wird die gelebte Identität des Dorfes vom gefürchtet überbordenden Tourismus bedroht.

Die Fernsehmacher:innen präsentieren Dorf und Umgebung mit wunderbaren Bildern und gekonnten Interviews. Aber werden sie ihrer anspruchsvollen Aufgabe auch gerecht?

Neugierig auf mehr, Recht auf mehr

Wenn ein Dorf in dieser Breite mit einer so anregenden Fragestellung ausgewählt wird, möchte der geneigte Beobachtende etwas mehr erfahren.

Sicher einmal, was die mehrfach als bedrohlich dargestellte Tourismusentwicklung angeht – aber weder die Tourismusverantwortlichen noch die einschlägigen Statistiken kommen zu Wort. Und die immer wieder angesprochenen örtlichen Freikirchen sind nicht fassbar, es sei denn als gesamtschweizerisch aktive Heilsarmee.

Und wenn nach fast fünf Stunden TV ein Bild gezeichnet wird und damit ein Eindruck eines Dorfes, dann hat dieses sicher auch den Anspruch einer gewissen Vollständigkeit. Denn da gibt es viel mehr an gelebter Identität: das auffallende Wahl- und Abstimmungsverhalten, die Sprache und Geschichte, verankert in zahlreichen Publikationen und einem offenen Dorfarchiv, eine auch ausgeprägte landwirtschaftliche Ausrichtung mit gut 10% der Einwohner:innen, eine rege Wirtschaft mit zahlreichen – auch überregional aktiven – grossen und vielen kleinen Betrieben, die Vielfalt der Dorfteile, die Mobilität von Pendler:innen, die das Tal nicht verlassen wollen und immer wieder zurückkehren, eine vielfältige und in der Breite innovative Gastronomie und vieles mehr. ….

All das ist zwar nicht gewählter Gegenstand der angesprochenen Sendereihe, es wäre aber mit Sicherheit ein informativer Hintergrund für die Suche nach Identität(en).

Zahlen erzählen

Auch Zahlen können zum Bild einer Gemeinde beitragen, was mit folgender –> statistischer Übersicht getan sei.

l

Protokolliert

Das Bundesarchiv in Bern hat am 3. Februar 2022 folgendes –> mitgeteilt:

Das Schweizerische Bundesarchiv hat die Protokolle des Bundesrates von 1848 bis 1963 in neuem Kleid online geschaltet. …. Erstmals liegen die handschriftlichen Protokolle aus dem Zeitraum 1848 bis 1903 mit Texterkennung vor. Sie können zusammen mit den maschinengeschriebenen Protokollen bis 1963 mittels Volltextsuche durchsucht werden. Insgesamt macht die Webseite Protokolle des Bundesrates (1848 – 1963) über 14’500 Protokolle zugänglich.

Jede neu und besser zugängliche Quelle erfreut das Herz und die Neugier von Forscher:innen und von allen an lokalen Ereignissen Interessierten.

Auch Adelboden

Was ist aus diesen –> Protokollen zu Adelboden zu erfahren?

So einiges und ganz Unterschiedliches. Zum Beispiel:

1891. Weibel Hari.

Die rührende Geschichte des Rudolf Hari, von Adelboden, Ständeratsweibel, der wegen Schwerhörigkeit zum Garderobier versetzt wurde und 1891 verstarb. Wobei die automatische Transkription der Handschrift erstaunlich gut funktioniert und nur ab und zu etwas Mühe bekundet..

1913. Eisenbahnkonzession.

In der langen Geschichte der –> Bahnerschliessung Adelbodens hat der Bundesrat mehrmals Stellung zuhanden der Räte bezogen, so auch im Sommer 1913

1955. Bundessubventionen

Ein häufiger Eintrag: Bewilligung von Bundesbeiträgen Lawinenverbauungen, Wegbauten, Aufforstungen u.v.a.m.

Erst ein Anfang

Die Recherche kann weitergehen, es gibt noch viel zu entdecken.

Doha Malaga Paris Helsinki

Adelboden, ein provinzielles, weltabgewandtes und ereignisloses Dorf am Ende eines Tales?

Mitnichten! Ein Blick an den Himmel widerlegt es.

Wo Doha-Paris sich mit Malaga-Helsinki kreuzt

Am Himmel über Adelboden hinterlassen noch viele weitere Wege ihre Spuren, in Echtzeit über –> flightradar nachzuverfolgen.

https://www.flightradar24.com/

Nicht nur am Himmel

Aber auch am Boden lässt sich das Vorurteil einigermassen leicht widerlegen. Man nehme nur die Mitte Dezember 2021 eröffnete –> digitale Dorfstrasse, Ein – wenigstens schweizweit – einzigartiges Projekt/Angebot einer Zusammenarbeit von Dorfläden rund um eine digitale Zentrale.

https://digitaledorfstrasse.ch/

Da lässt sich schon in Doha oder auch nach der Ankunft in Paris das Fondue samt Zutaten bestellen – zum Abholen spät abends in der Box im Dorfzentrum oder geliefert vor die Haustüre

Bild HZ, 17.12.2021

Die –> Handelszeitung (paywall) berichtete am 17.12.2021 ausführlich

Das Angebot erhält medial viel Sympathie, jedoch auch eine gewisse Skepsis, was Angebot und Lieferpreise betrifft. Aber der Mut wird sicher belohnt, wenn das Angebot durch Verbindung lokaler (noch zu schaffender) Onlineshops der Läden viel breiter wird und tiefere Lieferkosten einladen.

IN AUKTION

Sammler begeistern sich für solche Kunstfotos und Auktionshäuser handeln auch diese Artikel seit einigen Jahren.

Dass dabei auch ein Fotograf aus Adelboden im Angebot ist, spricht für dessen Qualität: Bis zum 9. Dezember 2021 sind Fotos von Emanuel Gyger bei –> Koller zu ersteigern.

Ein alter Bekannter

Emanuel Gygers Biographie ist keineswegs ganz geradlinig. –> fotoCH, vom –> Büro für Fotografiegeschichte Bern betreut, ist die Online-Datenbank für historische Fotografie der Schweiz. Zu Emanuel Gygers Werdegang ist –> dort u.a. zu erfahren:

„Emanuel Gyger begann eine Bäcker-Konditorlehre, die er aber abbrach, um bei Fritz Gysling in Spiez eine Fotografenlehre zu machen. 1909 eröffnete er zusammen mit seinem Schwager Hermann Eggimann ein eigenes Geschäft in Adelboden. Als sein Schwager 1930 aus gesundheitlichen Gründen die Teilhabe am Geschäft aufgeben musste, führte er es gemeinsam mit seinem früheren Lehrling Arnold Klopfstein weiter. Sie verkauften auch Fotozubehör und -kameras und hatten in den 1930er Jahren bis zu 11 Angestellte, darunter den Neffen von Adolf Gyger, Hans Spori. In dieser Hochphase führten sie zudem eine Filiale in Vorschwand.
Ein wichtiger Einkommenszweig waren die Postkarten, die sie selber herstellten. Emanuel Gyger unternahm mit seinem Geschäftspartner Arnold Klopfenstein, der patentierter Bergführer war, oft ausgedehnte Wanderungen ins Hochgebirge, wo sie viele Sujets für ihre Postkarten fanden. Sie verwendeten die damals neuartige Panoramakamera mit dem Format 9×29. Ihre Vorzeigebücher mit Ansichtskarten reichten sie in der ganzen Region herum. Emanuel Gyger war bis zu seinem Tod 1951 im Geschäft tätig.“

Emanuel Gyger und Arnold Klopfenstein sind kürzlich bereits mit einer Ausstellung zu sensationellen Skibildern aus den 1930er-Jahren aufgefallen, nochmals anzuschauen –> hier.

Gyger & Klopfenstein / Sammlung Daniel Müller-Jentsch

Zwei der Gyger-Bilder in Auktion

Der nächste Schritt nach Papier: NFTs

Stolze Besitzer:innen einer ersteigerten Kunstfotografie auf schönem Fotopapier – wie z.B. die von Emanuel Gyger – hängen diese an die Wand oder verstauen sie im Tresor. Er oder sie allein hat Zugriff und Ansicht.

Seit kurzem sind nun aber auch digitale Kunstwerke an Auktionen vertreten; und obwohl diese für alle sichtbar sind, gehören sie dennoch eindeutig bestimmten Besitzer:innen. Die Blockchain-Technik macht solche digital geschützte und nicht ersetzbare Objekte möglich, es sind Non-Fungible Token (NFT).

NFTs sind nicht ganz einfach zu verstehen, aber –> wikipedia machts etwas verständlicher.

Das meistzitierte an einer Auktion versteigerte Kunst NFT ist wohl das von –> Mike Winkelmann. Für sage und schreibe 69 Millionen Dollar erhielt es den Zuschlag.

Ganz viel Zahlen

Man nehme Daten der Eidgenössischen Stuerverwaltung – genauer Daten zu den Bundessteuern für jede Gemeinde – fülle diese in eine Datenbank oder in Excel, stelle ein paar Berechnungen an – und schon werden ganz interessante Unterschiede bezüglich Einkommensverteilung in und zwischen den Gemeinden sichtbar.

Da wirkt Datenjournalismus. Und wenn die Ergebnisse für alle Gemeinden in einer Grafik dargestellt werden, sieht das zum Beispiel für Adelboden wie unten aus:

Zu finden ist die interaktive Anwendung bei Tamedia,
genauer: bei –> bazonline

Adelboden 2017

Kurzerläuterung

Gini-Index
Beträgt er 1, erhält eine einzige Person das gesamte Einkommen und alle anderen nichts. Ist er nahe bei 0, verdienen alle nahezu gleich viel.

Median
Dieses Mass teilt in zwei Gruppen: In Adelboden verdienen 2017 50% mehr und 50% weniger als 44’900 Franken

Trend
Die ansteigende Linie zeigt den Trend: Je grösser das Medianeinkommen in einer Gemeinde, umso ungleicher ist dieses Einkommen verteilt.

Von Zauberhand

Datenjournalismus ist anspruchsvoll, insbesondere auch eine verständliche Präsentation der Ergebnisse. Da diese Ergebnisse z.B. für jede Gemeinde erläutert werden müssen, ist viel Textarbeit nötig. Und hier kommt der automatisierte Journalismus zu Hilfe:

Man programmiere den Computer so, dass er in einem vorbereiteten Text die Leerstellen mit den jeweiligen Ergebnissen zu einer Gemeinde ergänze und die passende Beschreibung hinzufüge – und schon hat man Tausende von Gemeindeporträts erstellt und für die Veröffentlichung bereit.
So lautet der automatisch fabrizierte Text zu Adelboden (etwas gekürzt):


“Vor wenigen Wochen hat das Volk die 99-Prozent-Initiative der Juso wuchtig abgelehnt. … Auch die Adelbodnerinnen und Adelbodner verwarfen die Initiative – und zwar mit 79,7 Prozent der Stimmen. Doch wie steht es eigentlich um die soziale Ungleichheit in Ihrer Gemeinde? Verdienen die Adelbodnerinnen und Adelbodner mehr oder weniger als die Leute in anderen Gegenden? Antworten auf diese Fragen bieten die Statistiken der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV), die zuletzt für das Jahr 2017 verfügbar sind. Darin steht, wie viel die 1’298 Steuerpflichtigen aus Adelboden für die direkte Bundessteuer an Einkommen ausweisen mussten. Die ESTV berechnet daraus ein Ungleichheitsmass – den sogenannten Gini-Index. Beträgt er 1, erhält eine einzige Person das gesamte Einkommen und alle anderen nichts. Ist er nahe bei 0, verdienen alle nahezu gleich viel.
Tiefe Einkommensunterschiede
In der Gemeinde Adelboden lag dieser Wert im Jahr 2017 bei 0,24. Zur Einordnung: Der gesamtschweizerische Gini-Index liegt bei 0,34. Die Ungleichheit in Adelboden ist also viel tiefer als im Mittel – die Einkommensunterschiede sehr klein. …
Adelbodner verdienen im Mittel 44’900 Franken
Im Mittel verdienten die Adelbodnerinnen und Adelbodner im Jahr 2017 44’900 Franken. Nicht ganz so viel wie in Muri bei Bern, wo 65’048 Franken verdient wurden, aber dafür mehr als beim kantonalen Schlusslicht Schelten (29’050 Franken). … Zum Schluss noch eine erfreuliche Nachricht: 2017 verdienten die Adelbodnerinnen und Adelbodner 7838 Franken mehr als noch im Jahr 2007. “

Zweifach neu

Was hier zu sehen ist, sind zwei noch gar nicht so alte Entwicklungen im Journalismus:

  • Der Datenjournalismus, der aus grossen Datenbeständen neue Einsichten zu Tage bringt.
  • Und der automatisierte Journalismus, der Journalist:innen für bestimmte Situationen repetitive Arbeiten abnimmt.

Beides verlangt neue Kenntnisse, neue Ausbildungen und aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen auch Zusammenarbeit.

Wer hat’s erfunden?

Schwierig ist es, für die Einführung dieser neuen journalistischen Arbeitsweisen eine bestimmte Person zu nennen. Im Datenjournalismus gibt es Medien, die früh damit begonnen haben. So der englische The Guardian oder auch die New York Times und The Economist.

Die Schweiz steht nicht abseits. Hinter den obigen Ergebnissen zum Gemeindeinkommen stecken zum Beispiel Timo Grossenbacher* und seine Kollegen von Tamedia. Die Ausbildung zeigt, was es für solchen Journalismus braucht: Geograph (z.B.), Informatiker und Zusatzwissen als Data Scientist und natürlich in Statistik. Eine Datenseite haben z.B. auch SRF oder die NZZ.

Und noch mehr

Diese Einkommensgeschichte hat übrigens schon früher noch eine weitere Stufe erklommen: die Darstellung in kartographischer Form.

https://timogrossenbacher.ch/2019/04/bivariate-maps-with-ggplot2-and-sf/

Fragen?

Datenjournalismus ist anspruchsvoll, weil Daten nie so ganz einfach vorliegen und immer auch miteinander vergleichbar gemacht werden müssen. Es stellen sich den Journalist:innen viele Fragen, die auch den Leser:innen beantwortet werden müssen:

  • Welches sind die aktuellsten Daten, hier: zur Bundessteuer?
  • Wie geht man mit den nicht Steuerpflichtigen um (Bundessteuer unter einem Einkommen von 17’800 CHF sind nicht fällig)?
  • Wie macht man sie vergleichbar (Äquivalenzeinkommen, Median)
  • Welche Berechnungsmethode wendet man am besten für den Vergleich an (Gini Index z.B.)?
  • Und viel weitere Fragen …

Übrigens

Im Kanton Bern schlägt Saanen (Gstaad gehört in diese Gemeinde) weit obenaus. Frutigen und die Lenk dagegen sind mit Adelboden ganz gut vergleichbar.

Saanen 2017

,

Frutigen 2017

.

Lenk 2017

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* nein, nicht verwandt mit dem hier Schreibenden

Bildlich

Was ein Tag wie der 29. Oktober 2021 an Überraschendem bieten kann: Bilder unerwarteter Schönheit.

Morgens ein Fingerzeig am Himmel dank Föhn.

++++++

Und mittags verrsammelt auf einer Sitzbank unter dem Birg, liebevoll präsentiert von unbekannter Hand eventuell sogar Essbares.
Wer weiss? Oder frei nach Schillers Kranichen des Ibykus:

Wer zählt die Pilze, nennt die Namen,
Die gastlich hier zusammenkamen?

883


Mit Rangreihenfolgen für Gemeinden (und generell) ist es so eine Sache. Steht die eigene Gemeinde gut da, herrscht Freude und wenig Nachfrage nach der Bewertungsmethode.
Ist dem aber nicht so, tauchen sofort ganz viele kritische Fragen auf: Welches ist die Datengrundlage, welche Kriterien werden angewandt, wer steht hinter dem Projekt, wer hat es methodisch begletet etc. ?

Wieder ein Ranking

Das soeben publizierte neuste Gemeinderanking für Gemeinden über 2000 Einwohnerinnen und Einwohner stammt von der Handelszeitung (HZ), durchgeführt hat es die Beraterfirma IAZI für Immobilien und Standortfragen, verwendet wurden zahlreiche Kriterien.

Aber zuerst die Ergebnisse: Adelboden landet im letzten Zehntel, auf Rang 883 von 939 Gemeinden. Wieso das? Jetzt kommen die besagten Fragen.

8 Kriterien, 70 Faktoren

Welche Kriterien? Es sind deren acht und insgesamt 70 Faktoren, wobei die Daten gemäss HZ vorwiegend von der öffentlichen Hand stammen.

Der jeweilige Rang Adelbodens ist dabei ganz unterschiedlich, von Rang 36 bis 927!:

RangGemeindeArbeitsmarktWohnen, ImmobilienBevölkerungsstrukturSteuerbelastungMobiltät, VerkehrVersorgungSicherheitÖkologie
883Adelboden65689278292792336345168


Was genau steckt hinter den Kriterien? Zu den acht thematischen Kriterien sind die jeweils für das einzelne Kriterium herangezogenen Daten benannt. Und das sieht für Adelboden (883) und umligende Gemeinden Lenk (919) und Frutigen (807) so aus:


Arbeitsmarkt (Adelboden Rang 656 von 939) umfasst folgende Faktoren: Arbeitslosenquote, Veränderung der Arbeitslosenquote, Firmenneugründungen, Beschäftigte im Dienstleistungs-Sektor.
Frutigen ist da deutlich weiter vorne (371), die Lenk andersherum (721).

Wohnen und Immobilien (Adelboden Rang 892) umfasst folgende Faktoren: Immobilienpreise, Veränderung der Preise über 3 Jahre, Wohnbautätigkeit, Leerwohnungsziffer, Wohnbudgetanteil.
Frutigen (844) ist da vergleichbar am Ende positioniert, und erst recht die Lenk (911). Die Immobilienpreise in diesem Kriterium sind gemäss der Beraterfirma (und das erstaunt bei deren Ausrichtung nicht) etwas höher gewichtet – was immer das heissen mag.l

Bevölkerungsstruktur (Adelboden Rang 782) umfasst folgende Faktoren: Sozialhilfeempfänger, Jugendanteil, Bevölkerungswachstum, Steuerertrag, steuerbares Einkommen.
Frutigen ist vergleichbar (789), die Lenk auch fast (846).

Steuerbelastung (Adelboden Rang 927) umfasst folgende Faktoren: durchschnittliche Steuerbelastung für Singles, Familien mit und ohne Kindern, Pensionisten über 65 Jahren.
Da sind die umliegenden Frutigen (903) und die Lenk ebenso auf Einnahmen angewiesen (918).

Mobilität (Adelboden Rang 923) umfasst folgende Faktoren: Reisezeit mit Öffentlichen Verkehrsmitteln und/oder Auto zum nächsten Zentrum und zur nächsten Grosstadt, Erreichbarkeit von Einwohner und Arbeitsplätzen mit ÖV und/oder Auto.
Frutigen (845) ist trotz Eisenbahnanschschluss (aber wohl wenigen Eisenbahnhalten) erstaunlich schlecht positioniert (351), die Lenk desgleichen (932). Wären Adelboden und die Lenk mit einem -> durchgehenden Eisenbahnnetz wohl besser positioniert?

Versorgung (Adelboden Rang 36) umfasst folgende Faktoren: Anzahl Ärzte, Apotheken, Spitäler, Primar- und Oberstufen-Schulen, Fachhochschulen und Universitäten, Bibliotheken, Einkaufszentren, Lebensmittelläden, Freizeit- und Kulturangebote (u.a. Sportplätze, Hallenbäder, Spielplätze, Eiskunstbahnen, Kletterhallen, Reithallen, Galerien, Museen, Kinos).
Da brillieren auch die nicht eben zentral gelegenen Gemeinden, Frutigen (160), die Lenk (165).

Sicherheit (Adelboden Rang 345) umfasst folgende Faktoren: Straftaten gegen das Strafgesetzbuch, Betäubungsmittel- und Ausländergesetz, Verkehrsunfälle, Erdbebenrisiko, Radonrisiko, Versorgungssicherheit.
Frutigen (309), die Lenk andersherum (638)

Ökologie (Adelboden Rang 168) umfasst folgende Faktoren: Energieeffizienz (Energiestadt), CO2 Emissionen, Erneuerbare Stromproduktion, Bodenversiegelung, Anzahl Grünraum, Wald und offene Gewässer. Erneuerbare Energien, effiziente Heizungen und umweltverträgliche Mobilität punkten hier besonders.
Frutigen (45), die Lenk (71).

Die ganze Liste ist auf der Webseite der Handelszeitung (Abo) verfügbar.

Und nun?

Was immer die Kriterien und vor allem die Bewertung der Gemeinden nach diesen Kriterien anbelangt: Es liesse sich viel interpretieren und diskutieren. Aber auch bei noch so kritischer und detaillierter Beobachtung kann doch eines daraus entnommen werden:

Wo nämlich ein Verbesserungspotential für die Bevölkerung und für die Attraktivität als Touristenort besteht.

Allerdings müsste da der Einblick noch etwas tiefer in die einzelnen der 70 Datensätze gehen können.

Wo es weniger zu diskuteren geben dürfte, sind die Grundlagendaten, die zum Beispiel das Bundesamt für Statistik (BFS) beigesteuert hat. Solche sind für ->jede Gemeinde interaktiv und kartografisch abrufbar.