Wörter – mehr als Wörter


Sprache, meine eigene Sprache ist mehr als ein blosses Verständigungsmittel. In der Sprache fühlt man sich zuhause und verbunden mit anderen derselben Sprache. Sprache schafft Identität.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass Wörterbücher eine Sprache dokumentieren. 

Ein Klassiker unter den Wörterbüchern aus dem Bernbiet ist das „Berndeutsche Wörterbuch“. Otto von Greyerz hat den Grundstein gelegt und Ruth Bietenhard hat darauf weitergearbeitet und es 1976 in erster Auflage publiziert (von Greyerz, Otto / Bietenhard, Ruth: Berndeutsches Wörterbuch. Bern 1976. 10. Aufl. ebd. 2017).
Das Vorwort zur ersten Auflage illustriert die Geschichte des Werkes:
„Bereits 1904 veröffentlichte Otto von Greyerz ein kleines berndeutsches Wörterbuch als erweiterten Sonderdruck der Wörtersammlung in seiner Deutschen Sprachschule für Berner (1900). In seinen letzten Lebensjahren ordnete er dann sein gesamtes, seit Jahrzehnten gesammeltes berndeutsches Wortmaterial zu einem umfangreicheren Wörterbuch. In einem Brief an Simon Gfeller vom 17. September 1937 schrieb er: «Mein Wörterbuch soll natürlich bei weitem kein allumfassendes Verzeichnis aller bernischen Tier- und Pflanzennamen enthalten, sondern nur, wie es der Untertitel angibt: Wörterbuch der heutigen Mundart der Stadt Bern und ihrer weiteren Umgebung [sein), womit ich das Türchen öffne, um Wörter aufzunehmen, die zwar auf dem Lande bodenständig sind, aber doch auch in der Stadt verstanden und gebraucht werden. Ein Wörterbuch ist niemals vollständig, man mag sich umtun, wie man will» (Briefwechsel, Francke Verlag, Bern 1957, s. 271).

Eine Besonderheit findet sich im Anhang. Dort wird umgekehrt vorgegangen: Ein schriftdeutsches Wörterverzeichnis hilft beim Übersetzen von z.B. Eimer zu Chübel oder Heuschrecke zu Heugümper. 


Ein interessantes Beispiel, dessen Entstehung mitverfolgt werden kann, ist das „Wörterbuch zu den Werken Maria Laubers“ erarbeitet und zusammengestellt von Erich Blatter. Es wird parallel zur ebenfalls von Erich Blatter bearbeiteten Neuauflage von Werken Maria Laubers aufdatiert und online zur Verfügung gestellt, jeweils in der aktuellsten Version. Sein Anspruch ist ein wissenschaftlicher und entsprechend detailliert sind die einleitenden Erläuterungen und die jeweiligen Angaben zu einem Wort – einschliesslich von Satzbeispielen aus Werken von Maria Lauber.
Zusätzlich ist vom selben Autor – ebenfalls online verfügbar – ein ausführlicher Text  verfasst worden „Zur Schreibweise des Frutigdeutschen im Werk Maria Laubers samt einigen Bemerkungen zur Aussprache“. 


Schon etwas älter ist das „Adelbodetütsch“ von Jakob Aellig/Christian Bärtschi, in erster Auflage 2002 erschienen. Das Vorwort von C. Bärtschi zeigt den Stellenwert einer solchen  Sammlung und die Notwendigkeit einer ständigen Aktualisierung:
„Wir leben in einer Zeit kultureller Einebnung. Unter dem Stichwort der Globalisierung verschwinden Unterschiede, und sprachliche Ausdrucksweisen gleichen sich an. Auch die Adelbodner-Mundart ist davon bedroht; viele früher gebrauchte Wörter und Begriffe geraten in Vergessenheit. Jakob Aelligs reichhaltige Sammlung adelbodendeutscher Ausdrücke ist in diesem Sinne von unschätzbarem Wert. Ihre Veröffentlichung ist eine kulturelle Tat, ein Meilenstein in der volkskundlichen Forschung unseres Tales. Natürlich kann eine solche Zusammenstellung niemals vollständig sein. Vorliegendes Büchlein möchte vielmehr anregen, weitere Perlen mundartlichen Ausdrucks zu sammeln und das bereits vorliegende Material zu ergänzen. „

Die erwähnten Ergänzungen sind in den folgenden zwei weiteren Auflagen denn auch erfolgt und von einer weiteren Ausgabe wird aktuell gesprochen.

 


Ueche, obsi oder embruuf – mit Mundart geht es aufwärts

Diese drei Wörterbücher sind nur ein Tropfen auf dem Wortgestein, wie es das Schweizerische Idiotikon , das Schweizerdeutsche Wörterbuch, dokumentiert .

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