Archiv der Kategorie: Dorfarchiv Adelboden

Altes neu erfinden

Seit 1783 steht unterhalb der Dorfstrasse das von Notar Christian Bircher erbaute sogenannte Bircherhaus. Heute im Besitz der Gemeinde und vermietet.

Ins Zentrum von Diskussionen geraten ist es nicht zuletzt wegen der wiederentdeckten geschliffenen Glasscheiben. Diese stammen ebenfalls aus dem Baujahr und sind Geschenke von Freunden an den Bauherrn; deshalb enthalten sie auch die Wappen der Schenkenden.

Schon 2018 haben sie Aufmerksamkeit erregt, als sie – soeben wiederrentdeckt – dem Dorfarchiv an dessen Jubiläumanlasss überreicht wurden. –> EIN JUBILÄUM: 10 JAHRE DORFARCHIV ADELBODEN

Dem Haus hat Jakob Pieren im Heimatbrief 2020 einen umfangreichen Artikel gewidmet. Er beschreibt das Gebäude, dessen Entstehung und eben die Geschichte der teilweise wieder gefundenen Schliffscheiben.

Und Jakob Pieren engagiert sich nicht nur mit einem Artikel, sondern auch mit Vorschlägen und Lobbying für den Erhalt und eine neue Zukunft des Hauses. Seine Vision: „Begegnungszentrum Bircherhaus“:

Die Vision: Begegnungszentrum Bircherhaus

Man könnte das Haus, wenn das bestehende Mietverhältnis einmal endet, (ev. zusammen mit der Scheune) zu einem kleinen, aber schmucken Begegnungszentrum der Gemeinde Adelboden umgestalten.

Hier ein Vorschlag für ein denkbares Raumkonzept (inkl. Lift und durchgehender Rollstuhlgängigkeit):

  • Einbau eines Versammlungsraumes im Dachgeschoss für kleinere Konzerte, Lesungen usw.
  • Lokalitäten für das Dorfarchiv, Umzug oder Erweiterung des Heimatmuseums
  • Raum für kleinere feierliche Anlässe der Gemeinde («Notar Stoller-Stube» mit den in einem Fenster konzentriert eingebauten Schliffscheiben)
  • Kleine Küche für Apéros usw.
  • Haus und Scheune liessen sich unterirdisch untereinander und mit dem Gemeindehaus verbinden. So könnten einerseits Reserveraum für die Gemeindeverwaltung und andererseits wohl auch Synergien für Haustechnik und Unterhalt geschaffen werden.“
    (Heimatbrief Nr. 81, p.38)

Eine rosa Zukunft für das Bircherhaus?

 Ein paar Fragen an Jakob Pieren (JP), Autor des Artikels im Heimatbrief, insbesondere zur Zukunft des Hauses:

13 im Jahr 1783 von Freunden des Bauherrn Bircher gespendete Glasscheiben mit Geschlechterwappen. Lässt sich daraus etwas zur Sozialstruktur Adelbodens in dieser Zeit herausfinden?

JP: Durchaus, schon die reine relativ grosse Anzahl gestifteter Scheiben ist ein Hinweis auf den überdurchschnittlichen Status des Bauherrn Notar Bircher. Aber auch die Scheibenstifter, welche sich doch recht prominent als Gönner auf den Scheiben verewigt haben, zeigten damit auch ihren Wohlstand und Stellung in der Gesellschaft. Weiter geben die Herkunftsorte der Scheiben Hinweise auf das Beziehungsnetz von Bircher. Interessant ist zum Beispiel auch die Tatsache, dass der Dragonerhauptmann und Scheibenstifter Matti aus dem Saanenland eine Schwester des Notars geheiratet hat. Ein weiterer Beweis, dass die Welt auch damals nicht vor dem Dorfeingang aufgehört hat.

Die im Artikel genannte Vision eines Begegnungszentrums ist recht traditionell und umfasst eigentlich nur ein Raumkonzept. Was könnte mit diesen Räumen angestellt, welche Ziele damit verbunden werden? Gibt es dazu Konkreteres?

JP: Wir, das heisst eine kleinere Gruppe von interessierten Leuten mit Bezug zu Adelboden, stehen erst am Anfang dieses Projektes. Im Moment gehen wir davon aus, dass das Haus eine kleine Wohnung mit einem Atelier aufweisen sollte, welche jeweils einem "artist in residence" für einige Wochen/Monate gratis zur Verfügung gestellt werden könnte. Im Obergeschoss sehen wir einen grösseren Raum, der für kleinere Anlässe und Ausstellungen mit einigen Dutzend Sitzplätzen konzipiert werden soll. Dieser Raum könnte auch von Privaten oder Vereinen für Familienfeiern und andere Anlässe gemietet werden. Im Erdgeschoss soll eine Stube als Repräsentationsraum (eventuell mit den wieder eingebauten Schliffscheiben usw) für offizielle Empfänge der Gemeinde usw vorgesehen werden. Im Weiteren sollen Mehrzweckräume oder Werkstätten inkl EDV Erschliessung eine breite Pallette von Anwendungen ermöglichen. Eine kleine Küche, sowie Garderoben und WC Anlagen sowie ein Lift runden das rollstuhlgängige Haus ab.
Neben dem Künstler, der temporär einen kleinen Teil des Hauses bewohnt und am Schluss seines Aufenthalts auch sein Werk präsentiert, sehen wir einheimische und auswärtige Kursanbietende als mögliche Interessenten, die die Mehrzweckräume als Arbeitsräume nutzen könnten und für Unterkunft und Verpflegung der Kursteilnehmenden auf der Infrastruktur des Dorfes basieren.
Grundsätzlich könnte man relativ einfach das Raumvolumen deutlich vergrössern, wenn man a) tiefer in den Untergrund geht und b) die Scheune auch noch einbezieht. Auch eine bauliche Verbindung mit dem unmittelbar daneben stehenden Gemeindehaus wäre denkbar. Im Moment verfolgen wir in unsern Überlegungen diese Möglichkeiten aber noch nicht weiter. Es ist vorgesehen, wenn die Planungen etwas weiter fortgeschritten sind, an die Öffentlichkeit zu gehen und in einem Workshop möglichst auch input aus der breiteren Bevölkerung zu erhalten.

Um Ziele zu verwirklichen, Leben in das Haus zu bringen, braucht es materiell oder ideell beitragende Partnerinnen und Partner. Was müsste für Jung und Alt an attraktiven Angeboten zu Unterhaltung, Lernen, Entwickeln … vorhanden sein? Wer könnte hier gewonnen werden, um dem alten Haus Neues einzuhauchen?

JP: Zum Teil finden sich Antworten dazu schon bei der vorherigen Frage. Wir sehen aber auch die Notwendigkeit eine Organisation zu bilden, die quasi das Haus betreibt, das heisst einerseits für den Unterhalt schaut und besorgt ist, dass die Räume genutzt werden und wenn möglich kein zu grosses Defizit entsteht. Welche Leute wollen sich hier engagieren? Wir wissen es noch nicht und auch nicht wieweit die Gemeindebürger allenfalls dann bereit sein werden an einen Umbau und für den Betrieb zu zahlen.
Es könnte eventuell durchaus sinnvoll sein, das ganze Projekt "etwas höher, vielleicht sogar überregional" aufzuhängen und es als Teil des grösseren Kulturraumes "Berner Oberland" oder zumindest "Frutigland" zu sehen. Das würde dann wahrscheinlich bedeuten, dass man zum Beispiel mit der schon bestehenden Kulturgutstiftung Frutigland zusammengehen sollte und damit den vom swiss chamber music festival und der Organisation TALK kürzlich neu eingeschlagene Weg auch anpeilen sollte. Vielleicht wäre es so einfacher, dann auch Unterstützung vom Kanton und vom Bund für dieses Projekt zu erhalten.
Sehr vieles ist also noch offen und ungewiss. Auch zeitlich gibt es keine Prognosen. Sicher ist nur, dass die Gemeinde Adelboden mit dem Bircherhaus ein kleines Juwel, mitten im Dorf, in einer ausgeschiedenen Zone für öffentliche Nutzung besitzt und daraus, wenn die Zeit da ist, auch etwas Schlaues für die Öffentlichkeit machen sollte.

Soviel zu den Visionen, zu einer noch offenen Zukunft. Und wenn diese Zukunft auch noch so lokal Eingegrenztes betrifft, gilt, was ein amerikanischer Politiker einmal sagte: “ The future is important because that’s where we’re all going“.

Nummer 80!

Soeben zugestellt: Die Nummer 80 des Adelbodmer Hiimatbriefs. Was drin steht, listet das Editorial auf, das deshalb anstelle des Inhaltsverzeichnises hier zu lesen ist.

Und auf eine Trouvaille in dieser 80. Ausgabe sei im Anschluss verwiesen.

Editorial

Die Medienwelt wandelt sich — der Adelbodmer Hiimatbrief hat Bestand. Nicht zuletzt dank Ihrer Unterstützung, liebe Leserinnen und Leser! Es freut uns, Ihnen die Ausgabe Nr. 80 vorzulegen. 
Seit den Anfängen dieser Publikation ist nicht nur das digitale Informationsangebot explodiert: Im gedruckten Bereich gibt es für unser Tal seit 13 Jahren den «Frutigländer». Er schreibt mitunter zu Themen, die ebensogut im Hiimatbrief hätten erscheinen können — manchmal gilt auch das Umgekehrte. Da unser Heft nun aber bloss einmal jährlich erscheint, sind wir gut beraten, uns auf unsere Stärken zu konzentrieren: auf ausführlichere Artikel ortshistorischer, heimat- und volkskundlicher Art, die in der aktuellen Zeitung kaum Platz fänden. Beispiele dafür in dieser Nummer sind Christine Amslers Arbeit zu den Namen der hiesigen Berge oder der Text von Martin Hari, der einem Notar des 18. Jahrhunderts über die Schulter schaut. Dass im Hiimatbrief auch die Gegenwart auflebt, dafür sorgen Rubriken wie die jährliche Standortbestimmung des Tourismusdirektors oder die bewährte Adelbodner Jahreschronik. 

Wichtig ist dem Hiimatbrief zudem — im Unterschied zur Zeitung — die Pflege der Mundart. Dafür sorgen eine weitere Episode von Käthi Zahler-Haris Erinnerungen und ein Kurzgedicht von Jakob Aellig; vor allem aber nimmt Christian Bärtschis mundartliche Rückschau auf seine Zeit in Argentinien (selbst wenn der Inhalt wenig mit Adelboden zu tun hat) auch in dieser Ausgabe einen prominenten Platz ein. Der Doyen der Adelbodner Mundartliteratur, soeben 80-jährig geworden, hat sich nach vielen Jahren als Redaktor des Hiimatbriefs nun von dieser Aufgabe zurückgezogen und sie dem Schreibenden übertragen. Für sein grosses Engagement gebührt Christian Bärtschi unser herzlicher Dank! Als neuer Hiimatbrief-Redaktor bin ich froh, auch weiterhin auf Christians guten Rat (und auf Artikel aus seiner Feder) zählen zu können. Dass in seinem grafischen Gedicht «Mein ABC» der Buchstabe A wie Adelboden dominiert, ist vielleicht kein Zufall . 

Ausserdem lesen Sie hier eine weitere Folge von Alfred Bärtschis Tagebuchnotizen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Auch sie haben keinen direkten Bezug zu Adelboden (Bärtschi verbrachte einen Grossteil seines Lebens im Unterland). Wir publizieren seine Aufzeichnungen einerseits als Hommage an den verdienstvollen  Verfasser des ersten „Adelbodenbuchs“ – in erster Linie aber sind Alfred Bärtschis präzise (und oftmals scharfzüngige) Beobachtungen aus der doppelten Perspektive des Lehrers und des Sektionschefs ein sehr lesenswertes geschichtliches Dokument aus dramatischer Zeit. 
Passend zum kürzlichen 500. Jahrestag der Reformation in der Schweiz beantwortet dieser Hiimatbrief schliesslich eine naheliegende Frage: Wie hat sich diese epochale religiöse Umwälzung eigentlich in unserem Tal abgespielt? Aus anderer Warte liegt zum Thema des Glaubens wiederum ein anregender Text von Margrit Fankhauser bereit. 
Abgerundet wird der Hiimatbrief wie immer durch den Rechenschaftsbericht des Dorfarchiv-Präsidenten Jakob Pieren und die Hiimatbrief Jahresrechnung. 
Ein grosser Dank geht an all jene, die mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit zu diesem Heft beigetragen haben! 

Zum Schluss der Hinweis auf eine kommende Buchpublikation:  Christian Bärtschi und der Schreibende haben Jakob Aelligs längst vergriffenes Wörterbuch «Adelbodetütsch» überarbeitet und erneuert; es wird als «Adelbodmer Wörterbuch» im Herbst 2019 erscheinen (Herausgeber und Bezugsquelle: Peter Klopfenstein, Photo Klopfenstein AG Adelboden). 

Bern, im Sommer 2019 Toni Koller „

Raginbold – der kühne (Wetter)Berater

Ein interessantes Fundstück in der Nummer 80 handelt von Namen. Es stammt von Christine Amsler, die sich in einer Arbeit mit der Herkunft der Adelbodner Bergnamen befasst hat.

Ein Beispiel dazu:

„Rägeboldshore — 2193 m 

Das Rägeboldshore wird von den Einheimischen Rägepöli genannt. Pöli bedeutet «kleine Erhebung», Synonym für Chnübi. Weil das schlechte Wetter meistens aus Südwesten kommt und das Rägeboldshore die erste grössere Erhebung ist, regnet es dort oft zuerst.  Der Name Rägeboldshore, auch Rägemboldshore, könnte auch von einem einstigen Ansiedler Namens Raginbold («der kühne Berater») stammen (Manuskript von Alfred Bärtschi im Dorfarchiv Adelboden, Schachtel 4/14).

Adelbodenbuch und Adelboden-Chronik

Ein „historischer Tag“

28. November 2014
„Den übrigen Geschäften der Gemeindeversammlung wird zugestimmt, so auch einem Bruttokredit von Fr. 150’000 für die Neuauflage und Fortsetzung des „Adelbodenbuchs„“ von Alfred Bärtschi.
Diese kurze Info können wir der immer wieder interessanten Adelboden-Chronik von Christine Baumann im Adelbodmer Hiimatbrief 76 entnehmen.

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Und das hat der Gemeinderat am 28 Novembe 2014 .im Detail entschieden

Aus dem Gemeinderat.
GV-Protokoll vom 28. November 2014
Seite 374

6. Ortsgeschichte; Neuauflage und Fortsetzung Adelbodenbuch

Projekt- und Kreditgenehmigung
Referent: Obmann Stefan Lauber

Sachverhalt

Das Adelbodenbuch von Alfred Bärtschi ist 1934 herausgekommen und 1972 in einer fast unveränderten zweiten Auflage erschienen. Längst ist auch diese vergriffen. Antiquarisch ist das Buch schwierig zu kaufen und die Preisangebote von bis zu mehreren hundert Franken zeigen, wie gefragt das Buch weiterhin ist, auch wenn es nur die Zeit bis etwa 1890 abdeckt. Die Stiftung Dorfarchiv hat sich verschiedentlich mit einer Neuauflage befasst, jedoch kann sie dieses Projekt nicht alleine bewältigen, dies würde ihre personellen Ressourcen und finanziellen Mittel übersteigen. Im August 2013 hat die Stiftung Dorfarchiv den Gemeinderat angefragt, ob sich die Gemeinde an diesem Projekt beteiligen würde. Der Gemeinderat hat an seiner Sitzung vom 20. August 2013 eine Arbeitsgruppe um Christian Bärtschi und Toni Koller eingesetzt. Diese hat sich in der Zwischenzeit zu mehreren Sitzungen getroffen.

Ausgangsidee der Arbeitsgruppe war, einerseits das alte Adelbodenbuch wieder zur Verfügung zu stellen, andererseits eine Neuausgabe mit der Darstellung des 20. Jahrhunderts zu schaffen.

Projektidee

Die Arbeitsgruppe schlägt nun vor, zwei Bücher zu machen, die zusammen in einem Schuber (Kartonhülle) angeboten werden, aber auch einzeln verkauft werden können:

  • Das „alte“ Adelbodenbuch von Alfred Bärtschi soll fotomechanisch so reproduziert werden, dass es möglichst nahe an die Ausgabe von 1972 herankommt. Auflage 800 Exemplare.
  • Das „neue“ Adelbodenbuch erscheint im gleichen Format und zeigt die Geschichte des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Auflage: 1’600 Exemplare. Das Buch soll von einer Reihe von Autoren und Autorinnen geschrieben werden.

Mitglieder der Arbeitsgruppe befassen sich zurzeit mit der inhaltlichen Gliederung des neuen Buches. Aus den diversen bestehenden Schriften zum 20. Jahrhundert in Adelboden soll das Wesentliche herausgefiltert und einiges Neues angefügt werden, so dass die Chronik für die Zukunft Bestand hat wie das „alte“ Adelbodenbuch.

Ausgehend von diesem „alten“ Adelbodenbuch soll die traditionelle Welt und die Krise gezeigt werden, die im 19. Jahrhundert zunehmend zu Armut und Auswanderung geführt hat. Am Ende des Jahrhunderts wird Adelboden sozusagen neu erfunden: Moderne Verkehrsinfrastrukturen ermöglichen längere Arbeitswege und den Tourismus; die Abwanderung wird gestoppt, Hotellerie und später Parahotellerie entwickeln sich; das Baugewerbe floriert. Winter- und Sommersportarten – auch der Spitzensport – kommen ins Tal. Geschichtliche Skizzen der Schulhäuser, des Altersheims oder auch des politischen Lebens zeigen, dass hinter der bunten Welt der internationalen Gäste weiterhin eine funktionierende dörfliche Gemeinschaft mit einer eigenständigen Kultur steht, die ihre Tradition nicht verleugnet. Aufgelockert werden soll die Darstellung mit einem Fototeil, mit Porträts von bedeutenden Persönlichkeiten und einer kleinen «Chronique scandaleuse».

Für die Realisierung des geplanten Projektes hat die Arbeitsgruppe Fredi Lerch, freier Journalist und Publizist, Bern, beigezogen, der als Buchredaktor, Koordinator und CoAutor amten soll. Von der Arbeitsgruppe sieht sich niemand in der Lage, diese zentrale Funktion zu übernehmen – sie ist aber unabdingbar, wenn bei einer Mehrzahl von Autorinnen und Autoren ein einheitliches Werk entstehen soll.

Finanzielles

Für den Druck wurden zwei Offerten eingeholt. Die Egger AG Frutigen hat das günstigere Angebot eingereicht.

Gemäss dem Budget wird mit folgenden Ausgaben gerechnet werden:

Druck (Egger Druck AG, Frutigen)                                  CHF 80’300.00
Honorar Koordination und Redaktion (F. Lerch)     CHF 40’000.00
AutorInnen-Honorare (16 à durchschn. 750.00)      CHF 12’000.00
Honorare Fotos                                                                      CHF 2’700.00
Verkaufswerbung (Flyer, Inserate)                                CHF 5’000.00
Unvorhergesehenes                                                             CHF 10’000.00

Total CHF                                                                                         150’000.00

Dabei ist vorgesehen, dass die Gemeinde Adelboden einen Beitrag von CHF 113’000.00 an das Projekt leistet. Die Licht- und Wasserwerk AG hat bereits einen Sponsorenbeitrag von CHF 25’000.00 zugesichert (wobei das LWA als Gegenleistung eine Anzahl Bücher zugute haben wird). Zudem kann mit einem Kantonsbeitrag (Amt für Kulturelles) von ca. CHF 12’000.00 gerechnet werden.

Die Gemeinde soll als Herausgeberin der Bücher fungieren. Der Erlös aus dem Bücherverkauf ist im Budget nicht berücksichtigt. Er wird längerfristig an die Gemeinde zurückfliessen. Die Bücher werden im Buchhandel erhältlich sein.

Der Gemeinderat hat dem Konzept der Arbeitsgruppe für die Neuauflage und Ergänzung des Adelbodenbuches an seiner Sitzung vom 15. Juli 2014 einstimmig zugestimmt.

Antrag Gemeinderat

Das Projekt für die Neuauflage und Fortsetzung des Adelbodenbuches wird gutgeheissen. Der erforderliche Bruttokredit von CHF 150’000.00 wird bewilligt.  

 Diskussion

Bärtschi Ernst, Schwyzi: Gibt es zwei Bücher? Antwort Obmann Lauber: Ja, das alte Buch wird reproduziert. Die Neuauflage ist separat, aber auch als Schuber (Kartonhülle) erhältlich.
Wäfler Roland: Was sollen die Bücher kosten? Antwort Obmann Lauber: Der Gemeinderat hat aus drei Varitanten festgelegt, dass der alte Band pro Stück CHF 100.00 und der Nachtrag pro Stück CHF 50.00 kosten soll. Der ganze Schuber wäre also für CHF 150.00 erhältlich.

Beschluss (deutliches Mehr, 1 Gegenstimme, einige Enthaltungen)

Der Antrag des Gemeinderates wird zum Beschluss erhoben.

 

Der neue Heimatbrief ist da. Nummer 71

Der Hiimatbrief des Jubiläumsjahres enthält Geschichtliches wie auch Aktuelles – gemäß dem neuen und schon bewährten Konzept.

Hier das Editorial:

„Das Jahr 2010, in welchem der vorliegende 71. Jahrgang des Hiimatbriefs erscheint, wird fur unsere traditionsreiche Publikation zu einem Schicksalsjahr. 1947 erschien die erste Nummer des Briefes. Redaktion und Herausgabe lagen damals in den Handen vom Bodenschullehrer Christian Aellig, in Zusammenarbeit mit dem Natur- und Heimatschutzbund Adelboden. Spater, ab 1972, ubernahm Dr. Jakob Aellig die Verantwortung fur den Hiimatbrief. 2001 wurde Aellig altershalber durch einen Freundeskreis abgelost, welcher vom verstorbenen Gemeindeschreiber Peter Oester geleitet wurde. Nach dessen Tod im Jahr 2005 übernahm der Schreibende die Redaktionsarbeit, unterstützt von einem kleinen Redaktionsteam (mehr dazu).  Aber nach wie vor besass der Hiimatbrief keine eigentliche Rechtsform (Verein, Stiftung), was für die Zukunft gewisse Unsicherheiten mit sich brachte. Als dann 2008 die „Stiftung Dorfarchiv Adelboden“ errichtet wurde, tauchte die Idee auf, den Hiimatbrief in die Stiftung zu integrieren. Dies lag umso näher, als der Hiimatbrief organisch (und personell!) zum Dorfarchiv gehört und die gleichen Anliegen wie dieses vertritt. Nachdem sowohl der Stiftungsrat des Dorfarchivs wie auch der Gemeinderat Adelboden diesen Zusammenschluss begrüsst haben, wird ab 2011 der Hiimatbrief zum offiziellen Publikationsorgan der Stiftung Dorfarchiv Adelboden. Inhaltlich ändert sich durch diesen Zusammenschluss an der Zielsetzung des Hiimatbriefes nichts. Die Herausgabe des Briefes wird durch eine vom Stiftungsrat mandatierte Arbeitsgruppe besorgt. Diese Arbeitsgruppe entspricht dem gegenwärtigen Redaktionsteam.
Liebe Adelbodmerinnen und Adelbodmer, Sie haben eine neue, umfangreiche Nummer des Hiimatbriefes vor sich. Die im letzten Jahr getroffene inhaltliche Gliederung in Geschichtliches/Heutiges/Forum etc. hat sich bewährt. Der geschichtliche Teil enthalt diesmal zwei Schwerpunkte: da ist einmal das sog. „Schwedenlied“, in welchem über die sagenhafte Herkunft der Oberhasler und Frutigländer berichtet wird, sodann eine Zusammenstellung der Adelbodmer-Kinderheime, die vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Ferien- und Erholungsplatze anboten. Unter „Heutigem“ bringen wir u.a. eine Liste von originellen Übernamen, wie sie in Adelboden gebräuchlich waren und z.T. noch sind. Und das „Forum“ bietet auch diesmal interessante und wissenswerte Informationen.
Im Internet gelangen Sie uber die „Gemeinde Adelboden“ zum „Dorfarchiv, Hiimatbrief“ (unter Tourismus, Freizeit). Hier konnen Sie ein Inhaltsverzeichnis sämtlicher bis heute erschienenen HiimatbriefNummern einsehen. Ubrigens sind noch die meisten Jahrgänge im Dorfarchiv gegen ein kleines Entgelt erhältlich.
Im September dieses Jahres feiert Adelboden sein 600jähriges Jubiläum. Dieser Anlass soll Gelegenheit bieten, in Dankbarkeit zurückzuschauen, sich aber auch den Anforderungen der Zukunft mutig zu stellen!
Unter https://hiimatbrief.wordpress.com wurde von Armin Grossenbacher und Verena Flückiger Grossenbacher ein Hiimatbrief-Blog eingerichtet (da sind Sie jetzt gerade!), der in Zukunft auch die neuen Ausgaben unseres Briefes berücksichtigen wird und einem breiten Publikum zugänglich macht. Auch ihnen herzlichen Dank.
Ich möchte es nicht unterlassen, an dieser Stelle allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die am Zustandekommen des vorliegenden Briefes mitgewirkt haben, herzlich zu danken.
Christian Bärtschi“

Auswanderung. Amerika

Der Adelbodmer Hiimatbrief 70/2009 widmet sich u.a. der Auswanderung. Die Vorbemerkung  dazu im Hiimatbrief:

“ Ging es darum, den „amerikanischen Traum“ zu verwirklichen – oder war es wirtschaftlicher Notstand, welcher auch Leute aus Adelboden bewog, ihr Glück in Ubersee zu versuchen? Im „Adelbodenbuch“ notiert Alfred Bartschi: „1891 und folgende Jahre: Auswanderung vieler Adelbodmer nach Deutschland und den USA …“ Im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es landesweit richtige Auswanderungswellen, welche auch viele Adelbodmer erfassten. Miz z.T. zweifelhaften propagandistischen Mitteln lockten Auswanderungsbüros im In- und Ausland ganze Familien, d ie alte Heimat zu verlassen, um ihr Glück in der „neuen Welt“ zu versuchen. Versprochen wurde Arbeit, billiges Land und schneller Reichtum.
Dass die Auswanderer in der Regel weit weniger rosige Verhältnisse antrafen als ihnen vorgegaukelt wurde, mussten Unzählige am eigenen Leib erfahren. Und doch: Eine Rückkehr war in den wenigsten Fällen möglich, und so galt es denn, sich durchzubeissen. Es kam zu erstaunlichen Kolonisationsleistungen, und viele Familien kamen mit der Zeit doch auf einen grünen Zweig.
Es gibt interessante Briefwechsel zwischen Ausgewanderten und ihren Angehörigen in Adelboden. Das Dorfarchiv Adelboden ist im Besitz entsprechender Dokumente, die darauf warten, gesichtet und aufgearbeitet zu werden.
Peter Bärtschi ein Bruder Alfred Bärtschis, wanderte 1904 mit seiner Familie nach Amerika aus. Am Ende seines Lebens schrieb er eine „Geschichte meines Lebens“. Wir veröffentlichen eine leicht gekürzte Fassung dieser ursprünglich auf Englisch geschriebenen „Rückschau“; sie scheint uns typisch und exemplarisch zu sein für zahlreiche Auswandererschicksale .
Christian Bärtschi „
Im Heimatbrief  findet sich auch einige Namen ausgewanderter Adelbodmer in den USA. “ Grundlage zu dieser Zusammenstellung ist eine handgeschriebene Liste, die sich im Bärtschi-Archiv gefunden hat. Verfasser und Datum sind unbekannt.“