Archiv der Kategorie: Fotografie

Schwarz auf weiss

Die Geschichte Adelbodens – oder wenigstens eines Teils davon – in Bildern erzählt der im Oktober 2018 erschienene Bildband „Adelboden in alten Ansichten“. Und das in 212 ausgesuchten schwarz-weiss Fotos aus der Zeit zwischen 1890 und 1970.

Das Buch ist in und nach der Vernissage in der Alten Taverne Adelboden ausgiebig präsentiert worden.

So ist zu erfahren, dass die 212 Fotos aus dem Archiv der Firma Klopfenstein AG stammen, welches – so der Fotograf Peter Klopfenstein –  heute rund 300’000 Negative, Dias, Rollfilme und auch Skischulaufnahmen umfasst ( Berner Oberländer/Thuner Tagblatt Dienstag, 23.Oktober2018).

.

“ … Peter Klopfenstein war für die Auswahl verantwortlich, der Journalist Toni Koller und der Lokalchronist Christian Bärtschi ersannen die passenden Bildlegenden. “ Und Adelbodens Gemeindepräsident Daniel von Allmen wusste auch die Antwort, wieso so ein Buch heute Sinn macht:

«Genau das braucht es in der Zeit der Handys und der Selfie-Sticks. Wir Älteren erkennen das eine oder andere aus eigener Erfahrung wieder. Die jüngere Generation erlebt Seite um Seite den Ort und seine Entwicklung. Schön, wenn der Grossvater mit seinem Enkel das Adelboden des vorigen Jahrhunderts durchstreifen kann.» (Frutigländer 23.10.2018)

Wie das Buch entstand und was darin zu sehen ist

Zwei Videos aus der Jungfrauzeitung vom 27. Oktober 2018 illustrieren mit den Autoren Christian Bärtschi und Toni Koller den Entstehungsprozess …

… und geben ein paar kommentierte Beispiele einzelner Bilder

(Die Videos werden direkt von webtv Jungfrauzeitung abgespielt)

Bezugsquelle des Buches:

Adelboden in alten Ansichten Autoren: Peter Klopfenstein, Toni Koller, Christian Bärtschi 228 Seiten, 29,8 . 21,1 cm, gebunden, Hardcover Mit 212 Abbildungen ISBN 978-3-03818-185-9, Fr. 39.– / EUR 30.– erschienen im Werd & Weber Verlag

Klappentext: Adelboden ist ein Dorf der Fotografen: Eine ganze Reihe namhafter Kamerakünstler hat der Ort in den letzten hundert Jahren hervorgebracht. Im Adelbodner Dorfarchiv, vor allem aber im Archiv der Photo Klopfenstein AG, lagert denn auch ein überaus reicher Fundus an Aufnahmen, welche die Geschichte des Kurorts dokumentieren. Eine Auswahl der besten zeigt dieses Buch: Mit Fokus auf der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts lässt es Szenen aus Tourismus, Sport, Handwerk und Landwirtschaft wieder aufleben. Der Adelbodner Alltag aus verflossenen Zeiten scheint auf, man staunt über längst verschwundene Hotelpaläste und wird gewahr, welch enorme Entwicklung sich seither zuhinterst im Engstligental zugetragen hat.

Alte Bilder und neue Statistiken

Alte Bilder …

Fotos aus früheren Zeiten finden sich in verschiedenen Archiven. Eines der grössten öffentlich zugänglichen Archive ist jenes der ETH Zürich, das etwa 3 Mio Bilder umfasst, darunter auch zahlreiche Luftbilder.

Und Bilder zu Adelboden, wie diese (der Link bei den Fotos führt zur Beschreibung im ETH-Archiv):

 

…. und neue Statistiken

Das Bundesamt für Statistik (BFS) nutzt seit kurzem neue experimentelle Methoden, um detaillierte Daten zu einzelnen Gemeinden publizieren zu können – Daten, die mit dem Wechsel der Volkszählung von einer Gesamterhebung zu einer Datensammlung mittels Registern und jährlichen Stichproben für kleinere Gemeinden nicht mehr  verfügbar waren.

Informationen zur Erwerbsquote machen einen ersten Anfang;  diese ist auch für Adelboden vorhanden, allerdings mit einer gewissen statistischen Unsicherheit. Mehr dazu inklusive die interaktive Karte hier.

Standardisierte Erwerbsquote =  Summe der Erwerbstätigen ab 1 Arbeitsstunde pro Woche und der Erwerbslosen gemäss ILO aufgrund der Daten der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) dividiert durch die ständige Wohnbevölkerung ab 15 Jahren und älter und das Ganze multipliziert mit 100

 

Foto Adelboden

Es ist nicht alltäglich, dass die Webseite eines Hotels mehr ist als Werbung für Haus und Umgebung. Aber dieses Hotel da schafft es mit dem

Und da gibt es Einiges zu entdecken:

 

Es geht um Themen wie  – kaum überraschend – Küche und Keller – aber auch um Wandern, Bergwirtschaft und Kultur.

 

Und augenfällig ist die stets ausgezeichnete Qualität der bebildernden Fotos. Sujet, Wahl des Ausschnitts und teilweise dramatische Nachbearbeitung lassen verweilen.

Dass dies kein Zufall ist und Adelboden aus einer langen Tradition schöpfen kann, hat schon die Laufbahn von Walter Studer gezeigt.

Und auch heute und in Adelboden selbst geht es weiter. Dies zeigt der jüngste Beitrag im Bellevue Blog auf: Gyger, Klopfenstein, Lukas Allenbach, Anja Zurbrügg, Peter Allenbach und Martin Germann sind dort präsent mit ihren jeweiligen Stilen und Geschichten. Lesens- und schauenswert.

 

Geboren in Adelboden – vor 100 Jahren

Adelboden ist fotogen, kein Zweifel. Und Adelboden hat Fotografen, mit Gyger und Klopfenstein ganze Dynastien, deren Postkarten mit Motiven (nicht nur) rund um Adelboden auch heute noch auf der Dorfstrasse zum Verkauf stehen.

Walter Studer

Und diese Fotografen haben ihre Leidenschaft weitergegeben, so an den bekannten Walter Studer.

snip_studer

Geboren ist er am 22.April 1918 in Adelboden und heuer wird zu seinem hundertsten Geburtstag im Berner Kornhaus Forum eine Ausstellung gezeigt.

14.6.–5.8. 2018

Walter Studer
Fotograf 1918-1986

Retrospektive. Stadtsaal & Galerie 2. Obergeschoss
Eintritt frei
Öffnungszeiten
Dienstag, Mittwoch, Freitag 12:00 – 17:00 Uhr
Donnerstag 12:00 – 20:00 Uhr
Samstag/Sonntag 11:00 – 17:00 Uhr
Montag geschlossen

Vom Badezimmer zur weltweiten Reportage

Und so kam – wie auf foto.ch zu lesen ist – Walter Studer (noch in Adelboden) zur Fotografie: „Der Vater Fritz Studer war Fotoamateur und mit den Fotografen Emanuel Gyger und Arnold Klopfstein aus Adelboden befreundet. Walter Studer und sein Bruder Alfred lernten als Kinder im umgenutzten Badezimmer die Prozesse im Fotolabor kennen.“ 

Und weiter: „Walter Studer machte seine Fotografenlehre bei Robert Kissling und dessen Nachfolger Gottfried Tschanz in Spiez von 1935 bis 1937, danach arbeitete er in verschiedenen Kurorten, wie z.B. Mürren, Villars und Rigi-Kaltbad als Sportfotograf. Zwischen 1941 und 1948 arbeitete er als Reporter für das Berner Büro der Photopress Zürich. 1948 eröffnete Walter Studer sein eigenes Geschäft in Bern, das von seiner Schwägerin Claire Roth betreut wurde. 1951 schloss er sich mit Fernand Rausser, Hans Keusen und Kurt Blum zur «Groupe carré» zusammen. Zusätzlich zur Arbeit für die Presse kamen ab den 1950er Jahren Aufträge für die Industrie und öffentliche Unternehmen hinzu. Für die SBB machte er beispielsweise Aufnahmen, die als Plakatsujets dienten oder für Broschüren und Kalender. 1962 fuhr Walter Studer mit der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft nach Chile und bereiste im Anschluss das Land.
Ab 1974 fotografierte er gemeinsam mit seinem Sohn Peter Studer für die SBB-Gazette «Schweiz-Suisse-Svizzera». Geschäft und Werbeaufträge übergab er 1981 seinem Neffen Heinz Studer und arbeitete bis zu seinem Tod 1986 mit seinem Sohn Peter auf freier Basis zusammen.“

200 mal in schwarz-weiss

Die Ausstellung im Kornhaus Forum „… zeigt gegen 200 schwarz-weisse Fotografien, welche zwischen den späten 1940er- und den 1960er-Jahren entstanden sind. Studer war ein aufmerksamer Beobachter des Schweizer Alltags zwischen Tradition und Aufbruch, er fotografierte aber auch im zerstörten und traumatisierten Nachkriegs-Europa und begleitete die Schweizer Nationalmannschaft 1962 an die WM nach Chile. Der Fotograf wäre in diesem Jahr 100-jährig geworden. Die Ausstellung vermittelt Studers Schaffen als Fotoreporter erstmals in dieser Breite. Zur Ausstellung erscheint ein Heft in der Publikationsreihe des Kornhausforums mit drei Reportagen von Walter Studer.“

snip_studer-fussball

snip_studer-warschau

snip_studer-loebegge

.

snip_studer-bund
 Der Bund (16.6.2018) widmet dem Fotografen und der Ausstellung einen einfühlsamen Bericht und er zeigt auch, wessen Verdienst es ist, dass diese Sammlung aus dem privaten Archiv an die Öffentlichkeit gelangen konnte. Die seines Sohnes Peter Studer, der dies zusammen mit Bernhard Giger (nicht Gyger ;-)) vom Kornhaus unternahm.

 

An der Moserstrasse im Breitsch

Walter Stude war zwar viel unterwegs, betrieb aber in Bern von 1948  bis 1981 einen Fotoladen an der Moserstrasse im Breitenrain. Und im nachhinein dämmert es mir, dass ich dort in diesem kleinen, leicht verborgenen Laden mit Schaufenster  meine ersten Kameras kaufte.

 

Mehr zu …

… Walter Studers und auch zu Peter Studers Publikationen und Auszeichnungen findet sich bei der Fotostiftung Schweiz.

Bildnachweis: Der Bund, 16.6.2018