Aus Ernsts Ferientagebuch (2), 11./12.7.1874: Im „Nebenstübeli der Welt“

Aus: Adelbodmer Heimatbrief, Nummer 20, Februar 1964, Seite 12.

Samstag, den 11. Juli: Nach beendigter Toilette, Ankleiden, Umeborze und Fägnäschte im Bett gingen wir vor das Haus und genossen die prachtvolle Aussicht. Auch das mächtige Tosen der Engstligenfälle erinnerte uns an das letzte Jahr. Um 6 Uhr kamen zwei Oberländergitzi aus dem Stall und warteten, bis sie gemolken wurden. Nach dem Frühstück kamen die Bays (bekannte Pfarrfamilie), welche für sich bei Obmann Schmid Haushaltig machten, und wir spielten mit ihnen bis 11 Uhr. Nachher halfen wir Herrn Hari heuen, und wir konnten noch gerade das Heu herein tun vor dem Regen. Als der Regen aufhörte, bummelten wir Knaben nach dem Mittagessen ins Bunderli, bis wir dort zu einem sehr grossen Felsblock kamen. Als wir heimkamen, gab uns Herr Hari eine 4-5 Pfund schwere Züpfe zum Abendessen.

Sonntag, den 12. Juli: Der goldene Strahl der Morgensonne beleuchtete unser kleines Zimmer. In dem „Nebenstübeli der Welt“ aufgestanden, hörten wir den hellen Ton der Essglocke. Nach beendigter Mahlzeit begaben wir uns auf die Laube. Auf einmal kam ein Mann daher und fragte uns: „Wänder öppe ou Chriesi?“ Da sagten wir ja, brachten Büchsen und Körbe her und kauften ihm 22 Pfund ab, per Pfund 30 Rappen. Das war für uns ein Jubel, dass man Kirschen im «Nebenstübeli der Welt“, kaufen konnte.“

(Aus dem Tagebuch von Ernst Lauterburg)

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Aus Ernsts Ferientagebuch (1), 10.7.1874: Die Reise nach Adelboden

Aus: Adelbodmer Heimatbrief, Nummer 20, Februar 1964, Seite 11.

“ In den Sommern 1873-1875 weilte die mit der Pfarrfamilie Rohr befreundete Frau Marie Lauterburg-Losenegger aus Bern mit ihren drei Knaben als Gast auf dem Schlegeli.
Von dem damals zehnjährigen Ernst liegen noch vereinzelte Tagebuchblätter vor, denen nachfolgende Einzelheiten entnommen sind.

Freitag, den 10. Juli 1874: Auf den heutigen Tag bestimmten wir die Abreise. Um 1/2 6 Uhr gingen wir fort (in der Länggasse) und liefen dem Bahnhof zu, wo wir dann um 6.10 fort fuhren. In unserem Wagen befand sich auch der Knabe Otto von Greyerz (der spätere Professor und Schriftsteller), der uns dann den Weg mit Schwatzen verkürzte. Um l/2 8 Uhr kamen wir in Thun an, wo wir unser Gepäck auf der Post abgaben. Nach halbstündigem Halt fuhren wir bei drückender Hitze durch grüne Wiesen, durch die staubige Landstrasse, beim Thunersee vorbei, Spiezwyler zu. Da fütterte man die Pferde und wartete ein wenig. Darnach rannte die Post durch die Landschaften: Emdtal, Reichenbach, Wengi, bis wir um 1/2 12 Uhr in Frutigen ankamen. Dort bestellte Mama im Hotel de l’Aigle d’or das Mittagessen. Auf einmal war der ganze Himmel überzogen und schnell war das stärkste Gewitter da. Um l/2 2 Uhr brachen wir auf mit dem Karren und mit dem Chaislein, welches Mama bestellte für uns. Um 1/4 ab 3 Uhr kamen wir in der „Banditenschenke Holzacht“ an. Dort fütterte man die Pferde, und auch wir erfrischten uns durch einen Trunk Wein. Um 1/2 7 Uhr kamen wir glücklich und wohlbehalten in Adelboden an. Als wir beim Schlegelikrachen vorbei gingen, kamen uns Rohrs entgegen. Darnach gingen wir ans Abendessen, welches uns gut mundete. Dann bekamen Walter, Ludi und ich die alte, gleiche heimelige Burestube, welche wir schon letztes Jahr hatten. Wir gingen schnell ins Bett und schliefen da gut ein!“

Die Schneemauer: Rubis Verhängnis – und das erste Adelbodner Rennen 1955

Ski-Weltmeisterschaften 1954 in Are und was Fred Rubi dort zustiess, berichtet von Karl Erb in der NZZ vom 6.Februar 2009 (p.55):

„Der FIS-Alpinchef Otto Menardi aus Cortina dirigierte ein schwedisches Infanterieregiment und schöpfte die Möglichkeiten voll aus. Als überzeugter Verfechter erhöhter Sicherheit auf Abfahrtsstrecken liess er am Rand einer heiklen Linkskurve eine Schneemauer als Schutz vor dem Wald errichten. Dies sollte den aussichtsreichsten Schweizer Abfahrern zum Verhängnis werden.

Fred Rubi, zwei Jahre zuvor in Oslo um einen Zehntel am dritten Rang vorbeigeschrammt, wollte unbedingt eine Medaille gewinnen. Einen ersten Dämpfer bedeutete der Ausfall seines Trainingskameraden und Freundes Bernhard Perren, der sich als ewiger Pechvogel bei einem Sturz in der Lauberhorn-Abfahrt verletzt hatte. Während des Abfahrtstrainings in Are, das damals in Form von abschnittweisen Besichtigungen vonstatten ging, unternahm Rubi den Versuch, besagte schwierige Passage im Renntempo zu absolvieren. Doch er stürzte und schlitterte auf dem Bauch Richtung Pistenrand, wo er kopfvoran in der inzwischen völlig vereisten Schutzmauer landete. Rubi zog sich eine schwere Wirbelstauchung zu und musste danach das Bett hüten.

Bei einem meiner regelmassigen Besuche im Hotelzimmer eröffnete er mir: «Jetzt habe ich wenigstens ein Trostzückerchen bekommen – man hat mich zum Kurdirektor von Adelboden gewählt!» Bei weiteren Gesprächen entwickelten wir die Idee eines internationalen Adelbodner Rennens, das bereits 1955 erstmals stattfand und sich im Laufe der Jahre zum bedeutenden Weltcup-Anlass entwickelte. “ (Karl Erb)

600 Jahre Adelboden: Jubiläum

Die Geschichtensammler sind unterwegs.

Für das 600-Jahr-Jubiläum Adelbodens ist ein Zeitspiegel in Form eines Buches und einer Zeitreise in den Schaufenstern im Dorf  geplant.  

Geschichten und Anekdoten sollen dieses historische Ereignis würzen. Gesammelt werden sie von
Peter Loosli, Postfach 236 3715 Adelboden, Tel. 033 673 27 70 und
Peter Klopfenstein, Tel. 033 673 17 57.

Das Jubiläumsfest findet statt vom 3. bis 5. September 2010.

In Zeitschriften stöbern

Das Konsortium Schweizer Hochschulbibliotheken ist daran,  Zeitschriften digital zu erfassen und im Internet anzubieten. Im seals-Portal sind gegenwärtig bereits verfügbar:

  • Zeitschriften: 40
  • Bände: 979
  • Artikel: 60193
  • Seiten: 674238

seals steht für swiss electronic academic librarry service und ist unter http://retro.seals.ch/digbib/home  erreichbar.

Auch zu Adelboden findet sich Interessantes, so z.B. in der Schweizerischen Zeitschrift für Geschichte von 1979 ein Hinweis, wie die Frauen den Männern beim Heuzug jeweils geholfen haben (und noch helfen?).  Und dies im Artikel: Inneralpine Transportprobleme und kulturelle Lösungsmuster; Alltagsstrukturen und einfache Techniken von Robert Kruker.

Stöbern Sie selbst, das Angebot wird laufend ausgebaut.

Beispiel für die Suche nach Adelboden:

seals-adelboden

Adelboden: Gefahren und Risiken

Aus dem neuen Risikobericht „Naturgefahrenmanagement Adelboden“ (JAnuar 2009):

“ Die Gefahrenkarte für die Gemeinde Adelboden liegt seit dem Jahr 2003 vor. Sie zeigt, dass viele Objekte in Gefahrenbereichen liegen. Um nicht nur die Gefahren, sondern auch die damit verbundenen Risiken (zu erwartende Sach- und Personenschäden in Frankenwerten) zu kennen, ist eine Risikoanalyse notwendig. …..  
Die Risikoanalyse wurde für die Prozesse Überflutung/Übersarung und Murgang, Sturzgefahren, Hangmuren und Lawinen durchgeführt.  …. 
Die Risikoanalyse zeigt klar, dass die Hauptrisiken in Adelboden von den Wassergefahren ausgehen. Die im gesamten Projektperimeter aufsummierten Risiken (zu erwartende Sach- und Personenschäden pro Jahr) betragen für die Wassergefahren rund 1 Mio. CHF, für die Hangmuren rund 400’000 CHF und für die Sturz- und Lawinenprozesse je rund 50’000 CHF pro Jahr. Der Anteil der Personenrisiken ist je nach Prozess unterschiedlich. Am grössten ist er bei den Lawinenprozessen (75 %), gefolgt von den Sturzprozessen mit 70%. Deutlich geringer sind die Anteile der Personenschäden bei den Wasserprozessen (27%) und bei den Hangmuren (14%).

Das Massnahmenspektrum ist naturgemäss breit und prozessabhängig:

Für die Wassergefahren stehen insbesondere für den Uelisgraben und den Schrenzigraben ein Geschieberückhalt an geeigneter Stelle und ein begleitender Gerinneausbau im Vordergrund.

Bei den Sturzprozessen sind grössere Verbauungen mit Steinschlagschutznetzen die zweckmässigste und günstigste Lösung. Damit kann das Risiko massiv reduziert werden.

Bei den Hangmuren, die weite Teile des Perimeters betreffen, sind integrale Massnahmen aus heutiger Sicht schwierig zu realisieren. Im Vordergrund stehen Objektschutzmassnahmen für die am meisten gefährdeten Objekte. Konkrete Massnahmen müssen am jeweiligen Standort beurteilt werden.

Bei den Lawinen wurden seit den 1950er Jahren grosse Anstrengungen zur Risikoreduktion unternommen. Die bestehenden Schutzdefizite beim 300-jährlichen Ereignis können durch vorsorgliche organisatorische Massnahmen (temporäre Evakuationen in Zeiten akuter Lawinengefahr) auf ein tolerierbares Restrisiko (vor allem Sachwerte) reduziert werden. Somit besteht bezüglich Lawinenschutzmassnahmen kaum Handlungsbedarf.“

Mehr dazu (Auszug aus dem hier zitierten Bericht und Karten) finden sich unter www.3715.ch

Der Perimeter des Untersuchungsgebietes:

gefahrenkarte-adelboden

575 Jahre Kirche Adelboden

Anlässlich der Feier zum 575. Jahrestag der Kirche Adelboden am 9. November 2008 haben Alfred Gutknecht und Albert Schranz eine informative Broschüre zur Geschichte dieser Kirche herausgegeben.

575 Jahre Kirche Adelboden
575 Jahre Kirche Adelboden

Aus dem Inhalt:

  1. Vorwort
  2. Von den Anfängen der Kirche um 1433
  3. Zur Zeit der Reformation
  4. Im 17. und 18. Jahrhundert
  5. Im 19. Jahrhundert
  6. Im letzten Jahrhundert
  7. Heute
  8. Schlusswort
  9. Quellenverzeichnis

Schlusswort: „Die Adelbodnerkirche, im Zentrum des Dorfes mit seinen Betriebsamkeiten, scheint auch heute immer noch ein Ort der Stille, der Besinnung und Begegnung zu sein“ (Seite 31)

Bezugsquelle der Büchleins 575 Jahre Kirche Adelboden
Tourist Center Adelboden und Foto Klopfenstein AG zum Preis von Fr. 6.-
oder per Post direkt beim Verfasser Alfred Gutknecht, Zelgstrasse 22, 3715 Adelboden
(Adressiertes und frankiertes Antwortcouvert C5 plus Fr. 6.- in Briefmarken)