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Schnee?

Wie lange noch?

Die Diskussionen rund um den Klimawandel drehen sich in den Skigebieten nicht zuletzt um diese Fragen: Welche Destination, welche Sesselbahn wird im Winter noch genügend Schnee aufweisen, mit oder ohne Beschneiung? Wann werden die Kosten zu gross, um Anlagen (selbst mit Subventionen) noch rentabel betreiben zu können?

Eine aktuelle Studie

In ihrer Ausgabe vom 6. Februar 2019 hat die REPUBLIK sich dieser Frage angenommen.


Von Andreas Moor und Simon Schmid, 06.02.2019

Sie stützt sich sich dabei auf eine Studie von Autoren des WSL und der EPFL aus dem Jahr 2017.

https://www.the-cryosphere.net/11/517/2017/tc-11-517-2017.pdf

Marty, C., Schlögl, S., Bavay, M., and Lehning, M.: How much can we save? Impact of different emission scenarios on future snow cover in the Alps, The Cryosphere, 11, 517-529, https://doi.org/10.5194/tc-11-517-2017

Ampelsystem für Lifte

„Insgesamt 1204 Anlagen in 151 Skigebieten wurden nach dem … Weiss-Gelb-Rot-Schema klassifiziert. Dieses berücksichtigt einerseits die Höhenlage und andererseits die Exposition (Nord oder Süd) eines Lifts. „

  • „Weiss bedeutet: Hier ist es schneesicher – an dieser Stelle liegt während mindestens 100 Tagen pro Jahr über 30 cm Naturschnee.
  • Gelb bedeutet: Hier ist ein rentabler Skibetrieb nur schwierig möglich – es braucht viel Kunstschnee.
  • Und Rot heisst: Hier ist die natürliche Schneedecke während weniger als 40 Tagen über 30 cm dick – der Skibetrieb lohnt sich an dieser Stelle nicht mehr, die Kunstschnee­produktion ist stark eingeschränkt.“

„Als Referenzjahre bei den Berechnungen dienen die Jahre 2035, 2060 und 2085. Dabei handelt es sich um Mittelpunkte innerhalb einer dreissigjährigen Periode. Das Szenario im Jahr 2060 bezieht sich also auf einen durchschnittlichen Winter innerhalb der Jahresperiode von 2045 bis 2074.“

Adelbodner Szenarien 2035 bis 2085

Gemäss den Szenarien der Autoren hat die Republik auch für Adelboden-Lenk die einzelnen Anlagen mit dem
beschriebenen Ampelsystem aufgeführt. Errötend.

Und schweizweit?

Wie es für die Lifte in der Schweiz generell aussieht:

  • „Bei einem fortschreitenden Klimawandel sind 2060 nur noch 29 Prozent der Lifte (gemessen am Lift­mittelpunkt) im weissen Bereich. Aktuell sind es 74 Prozent. Gleichzeitig steigt der Anteil der Lifte im gelben Bereich von 24 auf 51 Prozent und der Anteil von jenen im roten Bereich von 2 auf 20 Prozent.
  • Jedes fünfte Gebiet ist bei fortschreitendem Klimawandel im Jahr 2060 vollständig im roten Bereich. Winter, in denen genug Schnee liegt, werden ab Mitte des Jahrhunderts in diesen Gebieten die Ausnahme – für den regelmässigen Betrieb reicht die Schneemenge jedenfalls nicht mehr. Darüber hinaus verfügt über die Hälfte der Gebiete höchstens noch über gelbe, aber nicht mehr über weisse Anlagen. Damit verschlechtern sich die meteorologischen und wirtschaftlichen Perspektiven in diesen Gebieten.“

Über die Klimamodelle und die Folgen lässt sich immer diskutieren, hinzuhören ist auf jeden Fall klüger als wegzuschauen. Und auch einzelne, den Szenarien widersprechende Ereignisse spenden nicht unbedingt Trost, so meinen die Republik-Autoren:

„Plötzliche Wintereinbrüche und intensive Schneefälle, wie wir sie dieses Jahr erlebt haben, wird es also auch in Zukunft geben. Doch im Durchschnitt nehmen die Schneemengen ab. Und für sämtliche Prognosen gilt: Das Risiko, dass der Klimawandel heftiger ausfällt als von Modellen vorhergesagt, ist grösser als das Risiko, dass der Klimawandel weniger heftig ausfällt. „

Hier gibts mehr

Ausführlich nachzulesen ist all dies – und dass auch etwas unternommen werden kann (z.B. in Laax) – im vollständigen Artikel in der Republik (als aktive(r) Verlegerin).

Schwarz auf weiss

Die Geschichte Adelbodens – oder wenigstens eines Teils davon – in Bildern erzählt der im Oktober 2018 erschienene Bildband „Adelboden in alten Ansichten“. Und das in 212 ausgesuchten schwarz-weiss Fotos aus der Zeit zwischen 1890 und 1970.

Das Buch ist in und nach der Vernissage in der Alten Taverne Adelboden ausgiebig präsentiert worden.

So ist zu erfahren, dass die 212 Fotos aus dem Archiv der Firma Klopfenstein AG stammen, welches – so der Fotograf Peter Klopfenstein –  heute rund 300’000 Negative, Dias, Rollfilme und auch Skischulaufnahmen umfasst ( Berner Oberländer/Thuner Tagblatt Dienstag, 23.Oktober2018).

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“ … Peter Klopfenstein war für die Auswahl verantwortlich, der Journalist Toni Koller und der Lokalchronist Christian Bärtschi ersannen die passenden Bildlegenden. “ Und Adelbodens Gemeindepräsident Daniel von Allmen wusste auch die Antwort, wieso so ein Buch heute Sinn macht:

«Genau das braucht es in der Zeit der Handys und der Selfie-Sticks. Wir Älteren erkennen das eine oder andere aus eigener Erfahrung wieder. Die jüngere Generation erlebt Seite um Seite den Ort und seine Entwicklung. Schön, wenn der Grossvater mit seinem Enkel das Adelboden des vorigen Jahrhunderts durchstreifen kann.» (Frutigländer 23.10.2018)

Wie das Buch entstand und was darin zu sehen ist

Zwei Videos aus der Jungfrauzeitung vom 27. Oktober 2018 illustrieren mit den Autoren Christian Bärtschi und Toni Koller den Entstehungsprozess …

… und geben ein paar kommentierte Beispiele einzelner Bilder

(Die Videos werden direkt von webtv Jungfrauzeitung abgespielt)

Bezugsquelle des Buches:

Adelboden in alten Ansichten Autoren: Peter Klopfenstein, Toni Koller, Christian Bärtschi 228 Seiten, 29,8 . 21,1 cm, gebunden, Hardcover Mit 212 Abbildungen ISBN 978-3-03818-185-9, Fr. 39.– / EUR 30.– erschienen im Werd & Weber Verlag

Klappentext: Adelboden ist ein Dorf der Fotografen: Eine ganze Reihe namhafter Kamerakünstler hat der Ort in den letzten hundert Jahren hervorgebracht. Im Adelbodner Dorfarchiv, vor allem aber im Archiv der Photo Klopfenstein AG, lagert denn auch ein überaus reicher Fundus an Aufnahmen, welche die Geschichte des Kurorts dokumentieren. Eine Auswahl der besten zeigt dieses Buch: Mit Fokus auf der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts lässt es Szenen aus Tourismus, Sport, Handwerk und Landwirtschaft wieder aufleben. Der Adelbodner Alltag aus verflossenen Zeiten scheint auf, man staunt über längst verschwundene Hotelpaläste und wird gewahr, welch enorme Entwicklung sich seither zuhinterst im Engstligental zugetragen hat.

Neuausgabe von Chüngold ist da

Die von Erich Blatter – dem Biographen von Maria Lauber –  nahe an der Erstausgabe von 1950  neu bearbeitete und kommentierte Ausgabe von Chüngold ist fertiggestellt. Herausgeggeben von der Kulturgutstiftung Frutigland erscheint sie im Oktober 2018.

Im Buchhandel ist Chüngold zusammen mit einer CD erhältlich. Gelesen werden auf der CD die beiden ersten Kapitel durch Luise Schranz-Hari und Andreas Wäfler.

Anlässe zu dieser Neuausgabe sind auf der –> Website der Kulturgutstiftung Frutigland angezeigt.

Am Radio

In Zusammenhang mit der Neausgabe des autobiographischen Werks von Maria Lauber hat Radio SRF 1 am 30.  August 2018 eine Sendung mit Tonbeispielen und einem erhellenden, nicht unkritischen  Interview mit Erich Blatter gesendet. Zum –> Nachhören.