Schlagwort-Archive: Fotografie

Geboren in Adelboden – vor 100 Jahren

Adelboden ist fotogen, kein Zweifel. Und Adelboden hat Fotografen, mit Gyger und Klopfenstein ganze Dynastien, deren Postkarten mit Motiven (nicht nur) rund um Adelboden auch heute noch auf der Dorfstrasse zum Verkauf stehen.

Walter Studer

Und diese Fotografen haben ihre Leidenschaft weitergegeben, so an den bekannten Walter Studer.

snip_studer

Geboren ist er am 22.April 1918 in Adelboden und heuer wird zu seinem hundertsten Geburtstag im Berner Kornhaus Forum eine Ausstellung gezeigt.

14.6.–5.8. 2018

Walter Studer
Fotograf 1918-1986

Retrospektive. Stadtsaal & Galerie 2. Obergeschoss
Eintritt frei
Öffnungszeiten
Dienstag, Mittwoch, Freitag 12:00 – 17:00 Uhr
Donnerstag 12:00 – 20:00 Uhr
Samstag/Sonntag 11:00 – 17:00 Uhr
Montag geschlossen

Vom Badezimmer zur weltweiten Reportage

Und so kam – wie auf foto.ch zu lesen ist – Walter Studer (noch in Adelboden) zur Fotografie: „Der Vater Fritz Studer war Fotoamateur und mit den Fotografen Emanuel Gyger und Arnold Klopfstein aus Adelboden befreundet. Walter Studer und sein Bruder Alfred lernten als Kinder im umgenutzten Badezimmer die Prozesse im Fotolabor kennen.“ 

Und weiter: „Walter Studer machte seine Fotografenlehre bei Robert Kissling und dessen Nachfolger Gottfried Tschanz in Spiez von 1935 bis 1937, danach arbeitete er in verschiedenen Kurorten, wie z.B. Mürren, Villars und Rigi-Kaltbad als Sportfotograf. Zwischen 1941 und 1948 arbeitete er als Reporter für das Berner Büro der Photopress Zürich. 1948 eröffnete Walter Studer sein eigenes Geschäft in Bern, das von seiner Schwägerin Claire Roth betreut wurde. 1951 schloss er sich mit Fernand Rausser, Hans Keusen und Kurt Blum zur «Groupe carré» zusammen. Zusätzlich zur Arbeit für die Presse kamen ab den 1950er Jahren Aufträge für die Industrie und öffentliche Unternehmen hinzu. Für die SBB machte er beispielsweise Aufnahmen, die als Plakatsujets dienten oder für Broschüren und Kalender. 1962 fuhr Walter Studer mit der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft nach Chile und bereiste im Anschluss das Land.
Ab 1974 fotografierte er gemeinsam mit seinem Sohn Peter Studer für die SBB-Gazette «Schweiz-Suisse-Svizzera». Geschäft und Werbeaufträge übergab er 1981 seinem Neffen Heinz Studer und arbeitete bis zu seinem Tod 1986 mit seinem Sohn Peter auf freier Basis zusammen.“

200 mal in schwarz-weiss

Die Ausstellung im Kornhaus Forum „… zeigt gegen 200 schwarz-weisse Fotografien, welche zwischen den späten 1940er- und den 1960er-Jahren entstanden sind. Studer war ein aufmerksamer Beobachter des Schweizer Alltags zwischen Tradition und Aufbruch, er fotografierte aber auch im zerstörten und traumatisierten Nachkriegs-Europa und begleitete die Schweizer Nationalmannschaft 1962 an die WM nach Chile. Der Fotograf wäre in diesem Jahr 100-jährig geworden. Die Ausstellung vermittelt Studers Schaffen als Fotoreporter erstmals in dieser Breite. Zur Ausstellung erscheint ein Heft in der Publikationsreihe des Kornhausforums mit drei Reportagen von Walter Studer.“

snip_studer-fussball

snip_studer-warschau

snip_studer-loebegge

.

snip_studer-bund
 Der Bund (16.6.2018) widmet dem Fotografen und der Ausstellung einen einfühlsamen Bericht und er zeigt auch, wessen Verdienst es ist, dass diese Sammlung aus dem privaten Archiv an die Öffentlichkeit gelangen konnte. Die seines Sohnes Peter Studer, der dies zusammen mit Bernhard Giger (nicht Gyger ;-)) vom Kornhaus unternahm.

 

An der Moserstrasse im Breitsch

Walter Stude war zwar viel unterwegs, betrieb aber in Bern von 1948  bis 1981 einen Fotoladen an der Moserstrasse im Breitenrain. Und im nachhinein dämmert es mir, dass ich dort in diesem kleinen, leicht verborgenen Laden mit Schaufenster  meine ersten Kameras kaufte.

 

Mehr zu …

… Walter Studers und auch zu Peter Studers Publikationen und Auszeichnungen findet sich bei der Fotostiftung Schweiz.

Bildnachweis: Der Bund, 16.6.2018